Data Engineer: So finden Sie den besten Job
Daten, Daten, Daten: Um sie dreht sich heutzutage alles in den Unternehmen, und es werden immer mehr. Die Verarbeitung von Daten hat sich von einer Support-Funktion zu einem zentralen Business-Prozess entwickelt. Dank Big Data und Analytics setzen ganze Geschäftsmodelle auf einer digitalen Datenbasis auf, beispielsweise durch eine zuvor nicht mögliche datengetriebene Kundenzentriertheit.

Doch damit die exponentiell wachsende Informationsflut auch entsprechend genutzt werden kann, muss das anfallende Datenvolumen erst einmal in die passende Form gebracht werden. Das ist der Job des Data Engineers, einer spannenden IT-Rolle an einer der entscheidendsten Schaltstellen der Digitalisierung. Aber was genau macht ein Data Engineer? Hier erklären wir Ihnen das Berufsbild, die Ausbildung und die Verdienstmöglichkeiten.
Was macht ein Data Engineer?
Als Data Engineer (auch Datentechniker genannt) gewährleisten Sie, dass sämtliche anfallende Daten richtig gesammelt, gefiltert, aufbereitet und formatiert werden. Das heißt, Sie bringen die Daten überhaupt erst in eine Form, in der andere Unternehmensbereiche damit arbeiten können. Heutzutage fallen bekanntlich immer mehr digitale Informationen aus allen möglichen Quellen an – vom Nutzerverhalten auf der Webseite über die Bestellhistorie bis zu Echtzeit-Informationen aus der Lieferkette. Damit Data Scientists, Data Analysts und andere Experten im Unternehmen sie „konsumieren“, analysieren und verwenden können, müssen diese Daten aber erst aufbereitet und strukturiert werden.
Denn oft weisen die Daten dank der unterschiedlichen Quellen uneinheitliche Formate auf. Viele Daten fallen unstrukturiert an, beispielsweise als natürlichsprachlicher Text. Außerdem müssen die heterogenen Daten für verschiedene Softwares gleichermaßen nutzbar gemacht werden. Hierfür errichtet der Data Engineer Pipelines, um die Daten zu sammeln und dann auf einer einheitlichen Plattform den Nutzern zur Verfügung zu stellen. Er kümmert sich also um das Extrahieren, Transformieren und Laden der Daten – kurz um den ETL-Prozess (Extract, Transform, Load).
Dabei haben Sie als Data Engineer eine ganze Reihe von Kriterien zu beachten. Eine ausreichende Datenqualität, -menge und -verfügbarkeit muss sichergestellt werden. Cyber-Sicherheit und Datenschutz sind bei der Steuerung der Datenflüsse und der Hardware-Schnittstellen weitere wesentliche Aspekte. Um den wachsenden Datenvolumina gerecht zu werden, automatisieren Sie als Data Engineer zudem möglichst große Teile des Workflows durch fortgeschrittene Ansätze und leistungsfähige Stacks.
Darüber hinaus gestalten Data Engineers auch die Speicherung der Daten. Sie modellieren Datenbanken und managen Data Warehouses, wo Big Data für die Verarbeitung vorgehalten wird. Dabei nutzen die Engineers eine ganze Bandbreite von innovativen Techniken und Werkzeugen, beispielsweise ETL-Tools, Datenbanken, Cloud-Technologie und Big Data Tools.
Welches Gehalt verdient ein Data Engineer?
Ein Job als Data Engineer eröffnet Ihnen sehr gute Verdienstmöglichkeiten: Als Einsteiger können Sie mit um die 50.000 Euro im Jahr rechnen. Mit Berufserfahrung sind es dann oft schon ab 70.000 Euro. Je nach Rolle und Unternehmen sind aber auch noch deutlich höhere Gehälter möglich.
Wie wird man Data Engineer?
Data Engineers erfüllen eine essenzielle Rolle im „Maschinenraum“ der Digitalisierung, doch ein spezialisiertes Studium existiert für diesen zukunftsweisenden Beruf (noch) nicht. Gute Voraussetzungen haben Sie durch ein Studium der Informatik, Wirtschaftsinformatik oder Computertechnik. Ergänzend sind Mathematik beziehungsweise ein mathematischer Background grundsätzlich sehr hilfreich auf dem Weg zum Data Engineer. Teilweise kommt auch eine spezialisierte Ausbildung im Bereich IT-Technik infrage, beispielsweise als „Fachinformatiker für Daten- und Prozessanalyse“ (existiert seit 2020).
Die nötigen Fachkenntnisse können Sie durch spezielle Kurse perfektionieren, die für den Bereich angeboten werden. Grundsätzlich ist es wichtig, dass Sie als Data Engineer ausgeprägtes technisches Interesse an Schnittstellen und Datenanalysen mitbringen, sowie gute Kenntnisse in Programmiersprachen wie Python. Ihre IT-Schwerpunkte liegen im Job in den Bereichen Programmierung und Skripting, Datenverarbeitung und Software-Engineering. Dadurch ergeben sich weitere notwendige Fähigkeiten. Wichtig ist zum Beispiel auch, dass Sie sich mit Cloud-Applikationen, IT-Infrastruktur und DataOps auskennen. Business-Kompetenz ist für Data Engineers dagegen weniger kritisch: Die Rolle ist eher technisch ausgerichtet.
Tipps für die Jobsuche: Wie finden Sie eine Stelle als Data Engineer?
Als Data Engineer haben Sie exzellente Aussichten auf dem Arbeitsmarkt. Es handelt sich um ein vergleichsweise neues Jobprofil, das sehr stark nachgefragt wird. Und das in sämtlichen Branchen, denn in der Digital-Ära ist professionelle Datenaufbereitung in so gut wie allen Bereichen fundamental. Entsprechend verfügen Data Engineers über eine große Auswahl an Stellen, Unternehmen und Sektoren, von der Industrie über Konsumartikelhersteller bis hin zur öffentlichen Hand.
Wichtig ist es dabei allerdings, dass Sie die Stellenanzeigen gründlich studieren und auch angrenzende Positionen berücksichtigen. Denn manchmal sind die Ausschreibungen ungenau formuliert. So kommt es beispielsweise vor, dass „Data Scientists“ gesucht werden, gemeint sind aber Data Engineers. Data Scientists arbeiten dagegen eigentlich an späteren Abschnitten im Datenzyklus und auch näher an den Business-Funktionen. Auch unter den Überschriften „Data Analyst“ und „Data Architect“ werden vereinzelt Stellenanzeigen veröffentlicht, die faktisch eher auf Data Engineering Skills zielen.
Es lohnt sich also, die Anzeigen genau zu lesen und gegebenenfalls nachzufragen, sonst drohen Frust und Missverständnisse. Am besten verwenden Sie deshalb bei der Stellensuche ein spezialisiertes Portal für IT-Talente – beispielsweise das Angebot von Experis, dem Job-Profi für den IT-Arbeitsmarkt.