Die 10 besten Fragen an IT-Bewerber

So finden Sie den perfekten Kandidaten

Alle HR-Profis kennen das Problem: IT-Kräfte sind zur Zeit alles andere als einfach zu finden. Im Tech-Bereich hat sich der Fachkräftemangel besonders zugespitzt. Um so wichtiger ist es, beim Recruiting so sorgfältig wie möglich vorzugehen. In jedem einzelnen Bewerber könnte schließlich genau diejenige Person stecken, die Ihre IT-Abteilung den entscheidenden Schritt voranbringt. Um keine Details zu übersehen (und keine Besetzungs-Chance zu verpassen), sollte auch und gerade das Vorstellungsgespräch gründlich geplant und durchgeführt werden. Lesen Sie hier, worauf es dabei ankommt und welche Fragen Sie den Kandidaten am besten stellen.

Zwei Recruiter überprüfen gemeinsam die 10 besten Fragen an IT-Bewerber

Interview mit IT-Bewerbern: Gute Strukturierung schafft Vergleichbarkeit

Bevor Sie in die Gespräche gehen, sollten Sie sich natürlich erst einmal gut vorbereiten. Voraussetzung ist ein umfassendes Profil für die Idealbesetzung der Rolle. Um die Qual der Wahl unter den Bewerbern zu verringern, folgen Sie bei den Gesprächen einer einheitlichen Struktur. So stellen Sie Vergleichbarkeit her und bekommen einen möglichst objektiven Eindruck über die fachliche Expertise sowie die Passung zu Team und Unternehmen. Eine Liste mit möglichst aussagekräftigen Fragethemen hilft dabei. Unter den folgenden Vorschlägen finden Sie bewährte Fragen, die Sie je nach der erforderlichen Spezialisierung und den Umständen Ihrer Organisation abwandeln können.

Die 10 wichtigsten Fragen an IT-Bewerber

  1. Warum bewerben Sie sich bei uns, was reizt Sie an einer IT-Stelle bei uns?
    Diese Frage ist der Klassiker schlechthin, der in so gut wie jedem Vorstellungsgespräch in irgendeiner Form vorkommen wird. Er ist aber wichtig, denn er zeigt, ob und wie sich der Bewerber mit Ihrem Unternehmen auseinandergesetzt hat. Haken Sie nach, was eventuelle besondere IT-Herausforderungen in Ihrer Branche oder Ihrem Unternehmen angeht.

  2. Welche Zertifizierungen haben Sie? Welche Programmiersprachen beherrschen Sie?
    Wie lange ist der Einstieg in die IT-Branche bei Ihrem Kandidaten her? Diese Angaben hat der Bewerber zwar schon in seinem Lebenslauf gemacht. Indem Sie die Qualifikationen auch im Gespräch zumindest kurz thematisieren, können Sie aber prüfen, ob hinter den Aussagen auch echtes Knowhow steckt. Außerdem könnten Sie eine Frage nach Weiterbildungen und neu erworbenen Fähigkeiten anschließen.

  3. Wie haben Sie Ihre IT-Kenntnisse zu XY in Ihrem bisherigen Job konkret eingesetzt?
    Schließen Sie an die vorherige Frage am besten einen Schwenk in die Praxis an. So vertiefen Sie die Kontrolle einer bestimmten Qualifikation. Zugleich erfahren Sie, wie der Kandidat arbeitet, welche Prioritäten er bei Projekten setzt, ob er mit für Sie besonders relevanten Kenntnissen auch tatsächlich konkrete Praxiserfahrung hat.

  4. Erklären Sie das IT-Konzept XY in einfachen Worten
    IT-Spezialisten sind manchmal wahre Coding-Genies, aber nicht ganz so geschickt im zwischenmenschlichen Bereich. Bewahrt der Kandidat die Geduld, kann er sich in sein Gegenüber versetzen? Soft Skills wie z.B. kommunikative Fähigkeiten sollten Sie unbedingt überprüfen.

  5. Wo sehen Sie Vor- und Nachteile der Technologie XY?
    Ist der Kandidat ein analytischer Kopf, der kritisch denken, ein eigenes Urteil bilden und dieses auch ausdrücken kann? Mit dieser Frage finden Sie es heraus.

  6. Was war Ihr größter Erfolg im IT-Bereich, was war Ihr spannendstes IT-Projekt? Eine der wichtigsten Fragen, denn sie gibt dem Bewerber Freiraum zur Selbstdarstellung im besten Sinne. Es bietet sich an, diesen Block durch Nachfragen zu vertiefen.

  7. Was sind die wichtigsten IT-Trends im Bereich XY?
    Natürlich wollen Sie einen Kandidaten identifizieren, der fachlich up-to-date ist. Fragen Sie auch, welche Informationsquellen, IT-Wissensressourcen oder Online-Utilities der Kandidat nutzt.

  8. Wie wollen Sie sich fachlich und beruflich entwickeln?
    Ein weiterer Klassiker. Bei IT-Vorstellungsgesprächen bekommt er durch die Dynamik in diesem Fachbereich und durch die besondere Wichtigkeit kontinuierlicher Weiterbildung eine zusätzliche Dimension. Für das Unternehmen lässt sich so auch besser einschätzen, wie der Kandidat und seine Karrierepläne mittel- und langfristig zu den Unternehmenszielen passen.

  9. Was ist Ihnen bei der Zusammenarbeit im IT-Team wichtig?
    Im IT-Bereich werden zukünftig auch soziale Skills immer wichtiger, zum Beispiel für die agile Zusammenarbeit mit Business-Experten. Diese Fähigkeiten und Soft Skills können Sie durch die Interaktion im Gespräch selbst prüfen – und durch Beispiele, in denen der Bewerber seinen Arbeitsstil und sein Vorgehen bei der Problemlösung beschreiben sollte.

  10. Können Sie von einem Misserfolg oder Fehler berichten, der Ihnen bei Ihrem bisherigen Job unterlaufen ist? Fehler sind menschlich – gerade im IT-Bereich Alltag. Denn bei aller IT-Automatisierung in der Digital-Ära: Wo ständig neue Ansätze und Technologien angewendet und somit auch erlernt werden, klappt nicht alles immer beim ersten Mal. Wichtig ist allerdings, dass der Bewerber zu Fehlern steht und aus ihnen lernt – ganz im Geist des agilen Arbeitens. Fragen Sie, wie er mit dem Fehler umgegangen ist.

So erkennen Sie einen guten IT-Bewerber im Vorstellungsgespräch

Beim IT-Vorstellungsgespräch sind verschiedene Dimensionen wichtig: die fachlichen Kompetenzen prüfen, die Persönlichkeit erfassen und die Eignung für das Team einschätzen. Diese Dinge klären Sie durch die vorbereiteten Fragen.

Gehen Sie jedoch auch ruhig über die Standardfragen hinaus. Formulieren Sie kreative Fragen oder stellen Sie eine fordernde Aufgabe. Damit präsentieren Sie nicht zuletzt auch Ihre Unternehmenskultur. Ein wichtiges Detail, denn schließlich „bewirbt“ sich ja auch der Arbeitgeber beim Arbeitnehmer – insbesondere in der aktuellen Arbeitsmarktsituation. Je nach Rolle können Sie die Situation aufbrechen, um die Stimmung aufzulockern und einen besseren Gesamteindruck zu erhalten. Gut geeignet sind ein Rundgang durch die Abteilung oder ein gemeinsames Mittagessen.

Darauf sollten Sie bei den Antworten von IT-Bewerbern im Interview achten

Der Bewerber hat Ihnen auf alle Fragen geantwortet. Im Anschluss können Sie ein kurzes Resümee ziehen und dann in der genaueren Auswertung die wichtigsten Punkte noch einmal durchgehen. Neben der Kompetenz interessiert Sie dabei auch die Loyalität gegenüber dem bisherigen Arbeitgeber. Minuspunkte in diesem Bereich sind ein No-Go.

Ist der Bewerber ehrlich und motiviert, offen und flexibel? Reagiert er konstruktiv auch auf fordernde oder unerwartete Fragen? Lernbereitschaft und eine problemlösungsorientierte Einstellung sind gerade im IT-Bereich wichtig. Gehen Sie systematisch vor und vergleichen Sie, bei welchem Bewerber Sie die meisten Haken hinter die wichtigen Kriterien gesetzt haben – und schon haben Sie den perfekten Kandidaten identifiziert. Und wenn partout keiner dabei war? Dann beginnt der Prozess eben in einer neuen Runde wieder von vorn.

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